Posts

Kühnheit des Glaubens

Predigt zu Jesaja 7,1-14 (in Auswahl)für solche, die keine Angst vor der Angst habenHeilig Abend 2017 - Johanneskirche Troisdorf
Liebe Gemeinde, wer ernsthaft verstehen will, was in der Heiligen Nacht geschah, muss sein Ohr den Propheten Israels leihen.
Den Propheten Israels, die mit ihren Worten Wunden rissen in die Felder der Gewohnheit und ein weit Entlegenes hereinholten für den Tagelöhner, der längst nicht mehr wartet am Abend[1], oder für die Mächtigen, gottlos sich ängstigend vor der Macht, die nicht ihre eigene ist… Weshalb eine Religion, die im Judentum wurzelt und auf die Propheten Israels hört, niemals unpolitisch sein kann… Auch wenn die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag uns Kirchen das zum Vorwurf macht… Aber Gott mehr zu vertrauen als unserer Angst, wird spätestens da politisch, wo Politik aus Angst gemacht wird.
Der König Ahas hatte Angst. Angst vor den Herrschern aus dem Norden, den Aramäern und dem Nordstaat Israel, die ihn mit Krieg bedrohten. Da tritt ihm der …

Hephata - Tu Dich auf - Die Predigt zum Nachhören

Hephata - Tu dich auf!

Predigt zu Markus 7,31-37 zum Festgottesdienst anlässlich der Feier zu 500 Jahre Reformation in der Johanneskirche Troisdorf
„Der Glaube kommt aus dem Hören“ haben wir eben gehört. „Der Glaube kommt aus der Predigt“ hat Martin Luther den Vers aus Römer 10,17 übersetzt. „Der Glaube kommt aus dem Hörensagen“, würde ich übersetzen. Predigt als Sprech- und Hörereignis, darum geht es.
500 Jahre Reformation: in der Fülle dessen, was da heute so alles gesagt werden wird, liebe Gemeinde, will ich uns begrenzen aufs Predigthören und zurückführen auf die reformatorische Erkenntnis: Der Glaube kommt aus dem Hörensagen.
Ich will es wagen, heute eine Predigt zu halten, die eine Erzählung ist über einen, der eine Predigt hörte. Der, der dort predigte, - und deshalb wage ich es gerne, - ist unumstritten ein großer Prediger gewesen: Martin Luther.
Also wenn ihnen das, was ich erzähle nicht gefällt, dann haben sie zum Trost immer noch die Predigt Luthers. Nun aber will ich von meinem Predigthörer erzählen:…

Gastfreundschaft - Die Predigt zum Nachhören

Hier gibt es die Predigt aus dem Gottesdienst mit den Mitarbeitenden des Kirchencafés zum Nachhören.

Gastfreundschaft

Predigt im Gottesdienst mit den Mitarbeitenden des Kirchencafés in der Johanneskirche zu 1. Mose 18,1-8 Sonntag, 24. September 2017 - Johanneskirche
Liebe Gemeinde,
Geschichten, die das Leben schreibt, hier im Kirchencafé. Erzählungen von Begegnungen, manchmal heiter, manchmal ernst, manchmal traurig, anrührend oft, unangenehm hin und wieder… Café – Geschichten.
Menschen, die das Leben teilen in Erzählungen. Für einen kurzen Augenblick nur -  die einen; ziehen weiter wie ein flüchtiger Schatten. Andere kommen wieder, immer und immer wieder, haben das Kirchencafé zum zweiten Wohnzimmer gemacht… wenn sie denn überhaupt ein erstes haben.
Am Ende aber gehen sie alle. Wie viele Menschen wir in den rund 15 Jahren Kirchencafé schon ins „Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist…“ still und leise verabschiedet haben?
Das Kirchencafé ist wohl ein Ort zum Verweilen, nicht aber zum Bleiben. Gäste sind Gäste, Gemeinschaft auf Zeit…
Muss man das begründen?
Muss man das begründen, dass Kirche ein Angebot ma…

Von der Auferstehung derer, die tot waren, mitten im Leben

Eine Ostergeschichte, erzählt zu Markus 1,40-45
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.
Was ist das für eine Geschichte, liebe Gemeinde? Eine Wundergeschichte werden wir auf den ersten Blick sagen und mit unserem Verstand hängen bleiben an dem Satz, der unserem Verstand zu schaffen macht, weil er ihm nicht einleuchten will, jener Satz, wo es heißt: „Und sogleich ist der Aussatz von ihm weggegangen und er ward gereinigt.“
Diese Heilung eines Aussätzigen, das Wunder der Krankengenesung, das zieht uns in seinen Bann, als wäre es die ganze Geschichte, die wir gelesen hätten.
Ist es aber nicht! Da steht vieles davor, vor diesem Satz, und vieles dahinter, im Anschluss an diesen Satz und noch mehr zwischen den Zeilen, als dass wir uns begnügen dürften, uns mit der bloßen Problematik der Heilung eines Kranken auseinanderzusetzen.
Was ist das für eine Geschichte, liebe Gemeinde? Eine Ostergeschichte, möchte ich b…